Berglauf

In den letzten Jahren erlebt der Berglauf ein richtiges Boom. Vor allem im Sommer lassen sich zahlreiche Läufer/Innen vom besonderen Reiz des Berges begeistern. Nicht nur im süddeutschen Raum ist der Berglauf eine sehr beliebte Disziplin: Mittlerweile gibt es mehrere internationale Wettbewerbe und sogar Berglaufweltmeisterschaften finden jährlich statt. Die Bergläufer/Innen behaupten, daß ein richtiger Berglauf einiges anbietet, das man bei einem Lauf auf dem Flachland nicht so einfach findet. Dazu gehören nicht nur das abenteuerliche und die Naturerlebnis, sondern auch das Gefühl, den Berg „ besiegt" zu haben.

Der Berglauf hat eigene Regeln. Er ermöglicht ein hervorragendes Herzkreislauftraining bei einer geringeren Beanspruchung des Haltungsapparats. Aus diesem Grund ist diese Trainingsform besonders geeignet für Läufer/Innen nach einer Verletzung, um die Kondition schnell wieder aufzubauen bzw. für Läufer/Innen, die orthopädisch weniger belastbar sind. Man sollte jedoch berücksichtigen, daß man beim Bergtraining mit einem kürzeren Schritt läuft. Wenn man ausschließlich bergauf läuft, kann dies sich negativ auf den Laufstil auswirken. Auf diesem Grund sollte man gelegentliche Trainingseinheiten bei schnellem Tempo auf dem Flachland und ein besonders ausgiebig es Dehnungsprogramm durchführen.

Erfahrene Bergläufer/Innen behaupten, daß man sich am Berg „ nie anstrengen darf". Dies hört sich ein wenig paradox an, hat jedoch eine einfache Erklärung: beim Berglaufen gerät man sehr schnell in eine Übersäuerung. Während man beim Laufen auf dem Flachland sich davon relativ schnell erholen kann, indem man langsamer läuft, ist dies am Berg nicht möglich: sogar langsames bergauf Gehen stellt schon eine starke Belastung dar. Aus diesem Grund kann man sich von einer Überanstrengung während eines Berglaufs schlecht erholen; eigentlich sollte man stehen, um die Muskulatur den Abbau von Milchsäure zu ermöglichen. Läufer/Innen, die bei einem Berglauf sehr schnell anlaufen, werden häufig nach wenigen Kilometern von denjenigen eingeholt, die sich am Anfang zurückgehalten haben.

Während das Laufen bergauf eine sehr schonende Trainingsform für das Haltungsapparats ist, gilt genau das Gegenteil für das Bergablaufen. Besonders wenn man einen Berg oder Hügel schnell herunter läuft, sind die Belastungen für Gelenke und Muskulatur sehr stark. Aus diesem Grund werden nach einem Lauf bergab häufig Beschwerden und Verletzungen beobachtet, die bei Läufen bergauf so gut wie unbekannt sind. Bei Läufer/Innen mit Problemen wie Arthrose oder alten muskulären Verletzungen ist deswegen besondere Vorsicht beim Bergablaufen geboten.

Man kann auch am Berg ein Intervall-Training durchführen. Diese Trainingsform ist besonders beliebt von Mittelstreckenläufern in der Vorbereitungsphase vor der Wettkampfssaison . Das Training sieht folgendermaßen aus: Man läuft eine bergauf Strecke zügig hoch und joggt oder geht langsam bergab, um sich zu erholen. Je nach Trainingsziel und Leistungsfähigkeit kann die Distanz zwischen weniger als hundert und mehreren hundert Metern liegen. Dieses Training ist besonders wirksam, um die Kraft und die Ausdauer gleichzeitig zu entwickeln. Es ist jedoch sehr anstrengend und kann deswegen nur eins bis maximal zweimal pro Woche durchgeführt werden.

 

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